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über Weintraubenbäume und das Vermissen

Was genau bedeutet "vermissen"?

Im französischen sagt man nicht "ich vermisse dich" sondern "tu me manques", was soviel heißt wie "du fehlst mir". Das zeigt, das es ähnlich wie mit einem Körperteil ist, was amputiert wurde, etwas ist verschwunden und man will es zurück. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Person oder einen Gegenstand handelt, oder ob man die betreffende Sache bald wieder bekommt... wenn man mir meine Hand wegnimmt, und sei es nur für eine kurze zeit, ich will sie doch sofort wieder haben.

Mir fehlt das Gefühl ein ganzer Mensch zu sein...

mir fehlt das Gefühl das alles immer irgendwie gut wird, dieses Urvertrauen, das nur Kinder haben, kleine Mädchen, die sich für Prinzessinnen halten und sicher sind, das sie ihr Happyend bekommen.

Um das an dieser stelle zu erwähnen, ich bin eine Prinzessin. Ich wollte immer eine sein.

Es gibt Mädchen, die von sich behaupten, sie wollten schon immer richtige kleine Bad Girls sein, aber so war ich nie. 

Ich bin das, was 90% meiner Altersgenossen als Emo bezeichnen würden. Ich trage schwarze Klamotten, habe Haare die ins Gesicht gekämmt sind und höre gerne My Chemical Romance.

Aber das macht mich nicht zu einem Emo, sondern zu einem Menschen, der in sich selbst soviel Dunkelheit trägt, das er sie nach außen bringen muss. Aber dadurch das ich das tue, kommt erst das licht zum Vorschein, und ich merke, das ich eigentlich eher ein kleines Kind bin, als eine gefährliche Emobraut. Und ich vermisse es,ein Kind zu sein, ich wünschte jemand würde mich an der Hand nehmen und mich in meine Kindheit zurück tragen. 

Wenn mich Leute auf der Straße treffen, sehe ich in ihren blicken, das sie sich fragen was bei mir wohl falsch gelaufen sein mag. Die Antwort ist leicht: vieles.

Aber es ist auch so vieles richtig gelaufen, und obwohl ich immer wieder davon überzeugt bin das ich Verabscheuungswürdig und ein schlechter Mensch bin, bin ich dennoch gerne die, die ich bin. In meinem Kopf ist soviel Dunkelheit, und soviel Licht, und beides ist notwendig, denn ich würde das Licht ohne die Dunkelheit nicht wollen. Ich würde die bunten Farben in denen ich meine Welt male nicht zu schätzen wissen wenn ich nicht die graue, trübe depressionsgeschwängerte zeit kennen würde, in der sich mein Körper verselbstständigt und versucht, mir schmerzen zu bereiten.

Aber auch wenn ich immer wieder versuche, mich selbst zum aufgeben zubringen, ich denke und die kahlen Bäume im Winter, die aussehen wie riesige umgedrehte Weintraubenstiele.

Ich denke an Löwenzahnblumen, die sich im Wind wiegen und an blaue Himmel und Zuckerwatte und Katzen und lange Spaziergänge im regen und den Geschmack von Erdbeeren im Sommer...

 

 

 

hört euch an: One Republic "What You Wanted"

 

Cora

5.2.16 21:09

Letzte Einträge: Amnesia

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(8.2.16 15:06)
~Aber auch wenn ich immer wieder versuche, mich selbst zum aufgeben zubringen, ich denke und die kahlen Bäume im Winter, die aussehen wie riesige umgedrehte Weintraubenstiele.
Ich denke an Löwenzahnblumen, die sich im Wind wiegen und an blaue Himmel und Zuckerwatte und Katzen und lange Spaziergänge im regen und den Geschmack von Erdbeeren im Sommer...~

Wunderschön geschrieben...ja, man lernt mit seinen "Dämonen" zu leben. Seele baumeln lassen im Baum aus Weintraubenstielen


seelchen / Website (8.2.16 15:09)
Falls deine Spaziergänge dich mal zu anderen Gedanken führen..zu meinen ...hier noch mein blog.

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